GESCHICHTEWas ist Faschismus?

GESCHICHTEWas ist Faschismus? ByJohn de NugentPosted on August 24, 2016 Teilen Sie diesen Beitrag: 0shares Facebook0 Twitter0 Google+0 Pinterest0 Der Faschismus war seit 1919 eine italienische politische Bewegung; ursprünglich ein Kampfbund gegen linksradikale politische Parteien. Das Ziel des Faschismus ist die vollständige Integration einer von Desintegration bedrohten Gesellschaft, weshalb alle historischen Faschismen nationalistisch waren und ihren Nationalismus mit sozialistischen Ideen kombinierten.[1] Die Weltanschauung des Faschismus ist idealistisch bzw. voluntaristisch und entstand in einem bestimmten „intellektuellen Klima“[2], das von sehr verschiedenen philosophischen, religiösen und ästhetischen Strömungen Europas geprägt wurde.[1] Der Faschismus wendet sich gegen jede Ideologie oder Gruppe, die der Integrität der Nation schaden kann. Er erstrebt grundsätzlich etwas Neues und propagiert den Beginn eines „neues Zeitalters“. Ferner schätzt die faschistische Bewegung die Gewalt als Mittel, sowie den Führergrundsatz und die Massenmobilisierung. Die Organisation „Fascio di Combattimiento” wurde von Benito Mussolini als Partei aktiviert. Er arbeitete zu dieser Zeit für den englischen Geheimdienst.[3] Nach dem „Marsch auf Rom“ wurde Mussolini 1922 Italiens Ministerpräsident mit der Bezeichnung „Duce“. Anstelle des Parlaments trat der von ihm ernannte „Große Faschistenrat”. Heute wird der Begriff Faschismus in der Regel als negativ besetzter Kampfbegriff gegen verschiedene Ideologien und Gruppen verwendet, ohne daß eine inhaltliche Gemeinsamkeit besteht. Der bzw. das jeweils andere wird als „Faschist“ bzw. „faschistisch“ bezeichnet. URSPRUNG DES BEGRIFFS Der Begriff Faschismus ist von lat. fasces (= Bündel) abgeleitet. Im alten Rom war ein Rutenbündel mit Beil das Amtssymbol der höchsten Machthaber und wurde diesen von ihren Amtsdienern (Liktoren) vorangetragen, weshalb es auch Liktorenbündel genannt wird. In neuerer Zeit wurde das Symbol von sich auf das alte Rom berufenden Staaten verwendet, etwa von den Vereinigten Staaten von Amerika, dem republikanischen Frankreich, sowie dem faschistischen Italien. Der italienische Faschismus war in Anknüpfung an altrömische Traditionen eine Erneuerungsbewegung im liberalistisch heruntergewirtschafteten Italien nach dem Ersten Weltkrieg. Die von Benito Mussolini ins Leben gerufene politische Bewegung des italienischen Faschismus auf autoritärer, nationaler, klerikaler und sozialistischer Basis war der erste nichtkommunistische Versuch, den totalen (Totalitarismus) Staat als Einparteiensystem aufzurichten und wurde vielfach zum Vorbild – ebenso auch die Staatstheorie und politische Philosophie Italiens unter Mussolini. Im Staat unter Mussolinis Führung waren die alten Eliten vordergründig ausgeschaltet. Mussolini zeigte, daß sich das organisierte Verbrechen leicht bekämpfen läßt, wenn man dies wirklich will. Da sich die USA der zu ihnen geflüchteten Mafia-Familien bedienten, um Italien im zweiten Weltkrieg zu erobern, ist das organisierte Verbrechen in Italien seitdem besser etabliert als je zuvor. MISSBRAUCH DES BEGRIFFS Oft wird behauptet, der Nationalsozialismus sei eine „deutsche Auflage“ des Faschismus durch Adolf Hitler gewesen. Es verwendeten die osteuropäischen Staaten und linksradikale Parteien in Westeuropa gerne den von Stalin geschaffenen Kunstbegriff „Hitler-Faschismus“ oder setzten den Nationalsozialismus dem Faschismus ganz und gar gleich. Für die Linke ist „Faschismus“ nach wie vor der Feindbildsbegriff schlechthin – ebenso inhaltsleer wie absolut negativ besetzt. Zudem vermeidet die extreme Linke damit, den Begriff „Sozialismus“, den sie für sich selbst beansprucht und absolut positiv auslegt, ihrem ideologischen Feindbild zuzubilligen. Zwar ist der Nationalsozialismus dem Faschismus teilweise verwandt in der Ablehnung des Liberalismus und Parlamentarismus und der Bekämpfung des Marxismus, teilweise auch im autoritären Aufbau des Staates, jedoch bestehen große weltanschauliche Gegensätze. Die Nationalsozialisten übernahmen aber einiges aus der Liturgie des Faschismus, wie das Braunhemd analog zum faschistischen Schwarzhemd oder den „salute romana“, den römischen Gruß mit ausgestreckter Hand unter der Bezeichnung „Deutscher Gruß“. HEUTIGE BEDEUTUNG Durch die sog. Antifa wurde der Faschismusbegriff beliebig gemacht. Die in Einzelfällen von den Geheimdiensten gesteuerte Antifa denunziert Personen und Gruppen, die dem System gefährlich werden, als Faschisten. Tatsächlich handelt es sich bei der Antifa um eine faschistische Organisation im Sinne Wilhelm Reichs, der Faschismus als politisch organisierten Ausdruck der durchschnittlichen menschlichen Charakterstruktur definierte. ARTIKEL AUS DEM STAATSPOLITISCHEN HANDBUCH Faschismus ist ein Begriff, der vom italienischen fascio abgeleitet wird, was soviel wie »Bund« oder »Bündnis« bedeutet. Erst nachträglich wurde es üblich – im Zuge der Aneignung des Rom-Kultes durch den italienischen F. – eine Beziehung zu den Fasces herzustellen (Rutenbündel mit einer Axt in der Mitte, die die römischen Liktoren als Zeichen der vollziehenden Gewalt des Konsuls beziehungsweise Diktators trugen). Bezeichnenderweise fand das Wort fascio zuerst am Ende des 19. Jahrhunderts in der italienischen Arbeiterbewegung Verwendung, um spontane Zusammenschlüsse zu bezeichnen, die sich bei Streiks oder Protesten bildeten. Die durch Mussolini nach seiner Trennung von der sozialistischen Partei zur Stärkung des Interventionismus gegründeten Fasci d’Azione verstanden sich genauso in dieser Tradition wie die Fasci di Combattimento, die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zum Sammelpunkt enttäuschter Nationalisten und Sozialisten wurden, die den »verlorenen Sieg« wettmachen, die schwache parlamentarische Ordnung beseitigen und gleichzeitig die Bedrohung durch eine kommunistische Revolution abwehren wollten. Die Verknüpfung von nationalistischen und sozialistischen Elementen bestimmte auch die Programmatik des F., was erklärt, warum viele Zeitgenossen ihn als eine Bewegung jenseits des alten Links-Rechts-Schemas betrachteten. Dabei war keineswegs von Anfang an geklärt, daß im Zweifel das rechte Element den Ausschlag geben und sich ein Bündnis mit konservativen Kräften anbieten würde. Mussolini selbst schwankte jedenfalls lange Zeit zwischen der Option eines Reformsozialismus und einer Radikalisierung des nationalistischen Konzepts. Im romanischen F., dem italienischen »Urfaschismus« ebenso wie im französischen und spanischen F., blieb die Zahl der linken Renegaten auffallend groß, die im F. vor allem eine Modernisierungs- und Radikalisierungsmöglichkeit der sozialdemokratisierten Arbeiterbewegung sahen, unter Umgehung der Irrtümer des Kommunismus (Georges Valois, Jacques Doriot, Marcel Déat). In gewissem Sinn gilt diese Einschätzung auch für den Briten Oswald Mosley, den Iren Patrick O’Duffy und den Grenzgänger Hendrik de Man. Jedenfalls kann die Zusammenarbeit mit der traditionellen Rechten nicht aus deren Wesensgleichheit verstanden werden. Von konservativer Seite wurde immer das aktivistische Element sowie die prinzipielle Bejahung der Massengesellschaft kritisiert. Unter dem wachsenden Druck während des Zweiten Weltkriegs zeigten sich nicht nur fundamentale Konflikte, in vieler Hinsicht kann die Auseinandersetzung in Europa auch gedeutet werden als Kampf zwischen Konservativen wie Churchill oder de Gaulle und Faschisten. Wenn in diesem Fall eine Gleichsetzung von F. und deutschem Nationalsozialismus vorgenommen wird, bleibt die aber insgesamt doch problematisch. Zwar hatten beide das national-sozialistische Schlüsselelement in der Ideologie gemeinsam und es gab gewisse Übereinstimmungen im politischen Stil (Uniformierung, martialische Symbolik, Massierung, Dialog von »Führer« und »Gemeinschaft«), aber die Nationalsozialisten verwendeten bezeichnenderweise »Faschist« als abwertende Vokabel, um jene zu markieren, die nur beinahe, aber nicht konsequent auf ihrer Seite standen. Diese Wahrnehmung erscheint vor allem aus zwei Gründen berechtigt: 1. Der F. orientierte sich in seiner politischen Zielsetzung immer zuerst auf den Staat, nicht auf »Volk« oder »Rasse«, 2. damit in Zusammenhang steht, daß es keine zwingende Verknüpfung von F. und Antisemitismus gibt; für den italienischen Fall ist darauf hinzuweisen, daß zu dessen Führungskreis lange Zeit auch Juden (und Freimaurer!) gehörten und eine Rassengesetzgebung erst unter deutschem Druck zustande kam und niemals ganz konsequent durchgesetzt wurde. Insgesamt erscheint der F. als ein ausgesprochen heterogenes Gebilde. Wenn man den Begriff generalisierend verwendet, reicht das Spektrum von den Bauernwehren der finnischen »Lappo« und der christlich-fundamentalistischen »Eisernen Garde« in Rumänien über den F. im eigentlichen Sinn mit seinen zahllosen Nachahmern bis zu den ägyptischen »Grünhemden« und dem argentinischen »Peronismus«. Die ideologischen Unterschiede blieben, trotz der gemeinsamen Frontstellung gegen Kommunismus und Liberalismus und trotz des gemeinsamen Bezugs auf einen integralen Nationalismus, erheblich. Ähnlich unübersichtlich erscheint auch das Bild der Regime, die von siegreichen faschistischen Bewegungen gegründet wurden; der Grad ihrer »Totalität«, auch ihres Vernichtungswillens gegenüber wirklichen oder vermeintlichen Gegnern, schwankte. Diese Unübersichtlichkeit erklärt zum Teil, warum nach 1945 die Frage nicht abschließend zu beantworten war, ob mit der Niederlage der Achsenmächte auch der F. erledigt sei, dessen »Epoche« (Ernst Nolte) eben von der Bolschewistischen Revolution bis zu diesem Ende gedauert habe, oder ob man von einer grundsätzlichen faschistischen Option der modernen Gesellschaft ausgehen müsse, die in Krisensituationen immer wieder dazu neigen kann, den F. als Bewältigungsmittel zu erproben, der nicht einfach als Knüppelgarde der Oberschicht auftritt (so das Verdikt der Marxisten), sondern seinerseits die Massen neu zu mobilisieren und zu organisieren sucht; entsprechend haben die intelligenten Apologeten des F. nach 1945 argumentiert (Léon Degrelle, Maurice Bardèche). Jenseits der aktuell politischen Indienstnahme des Faschismusvorwurfs könnte man dann durchaus von einer Fortsetzung des F. in bestimmten religiösen Bewegungen – sogenannter »Hindu-« oder »Islamofaschismus« – sprechen.

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