Ostpreußens lange Nachkriegszeit

https://youtu.be/mDmJM0VT9go

Nach 1945 siedelte die Sowjetmacht im zerstörten, fast menschenleeren nördlichen Ostpreußen Menschen aus vielen Teilen der UdSSR an, Kriegsopfer, Entwurzelte, deren eigene Heimat nicht mehr existierte. Sie mußten sich in einer für sie völlig fremden Welt einleben.

Nina Panfilowa zum Beispiel, die erste Lehrerin im sowjetischen Groß-Rominten, oder Kusma Rafkin, der als kleiner Junge nach Friedland kam und später Ingenieur im dortigen Wasserkraftwerk wurde. Die deutsche Vergangenheit war tabu, und über die eigene, aus Weißrußland oder der Ukraine mitgebracht, durften die neuen Bewohner ebenso wenig sprechen. Der Film erzählt Geschichten vom „Aufbau des Sozialismus im fremden Land“ und von seinem dramatischen Scheitern.

Die Wende nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat nur Kaliningrad und den Ostseebädern einen Aufschwung beschert. Das Hinterland dagegen verwildert, die Memelniederung etwa ist in den Urzustand zurückgefallen, ist wieder Sumpfgebiet wie vor der Urbarmachung durch die Deutschen. Was an Dörfern und Kirchen aus der Zeit vor 1945 übrigblieb, liegt in Trümmern und wird heute von den Bewohnern ganz zerstört – aus purer Not verkaufen sie die letzten roten Ziegel der typisch ostpreußischen Gebäude in die Stadt. Die Tragödie des Gebietes, das mit dem EU-Beitritt der Nachbarn Polen und Litauen zur Insel wird, scheint immer noch nicht zu Ende.

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