Adolf Hitler – Antwort an US Präsident Roosevelt vom 28.04.1939

https://youtu.be/0e-mtGHk5I0

Adolf Hitler antwortet am 28.04.1939 im Reichstag sehr ausführlich auf ein Telegramm von US Präsident Roosevelt.

Das Auto hielt vor der Terrasse, und bei unserem Anblick sagte Roosevelt: „Sieh da, Rosenman, Stephen Wise und Nahum Goldmann bei einer Diskussion! Macht nur weiter, Sam wird mir Montag sagen, was ich zu tun habe.“ Sein Wagen fuhr an, und Roosevelt ließ ihn noch einmal halten, um uns zuzurufen: „Könnt Ihr Euch vorstellen, was Goebbels dafür gäbe, ein Foto dieser Szene zu bekommen: Der Präsident der Vereinigten Staaten empfängt Verhaltensmaßregeln von den drei Weisen von Zion.“

Nahum Goldmann: „Das jüdische Paradoxon“ Frankfurt 1988, S. 211

Georg, Friedrich‚Unternehmen Patentenraub‘ 1945

https://youtu.be/GjXr5w3M4mc

Der militärische Sieg der Alliierten über Deutschland 1945 und die Besetzung des Reichsgebietes hatten auch die Folge, daß vor allem die USA anschließend Hunderttausende deutscher Patente, Erfindungen und Gebrauchsmuster beschlagnahmten und entschädigungslos enteigneten. Dieser Raubzug war schon einige Jahre vorher von Washington generalstabsmäßig geplant worden. Denn man hatte erkannt, daß die Deutschen den Westmächten in der Grundlagenforschung und in der Entwicklung neuer Ideen auf fast allen Gebieten der modernen Wissenschaften und Technikbereiche um Jahre voraus waren. Nur durch den Raub deutschen Wissens und jahrelange Zwangsarbeit deutscher Wissenschaftler und Techniker in den USA war es möglich, daß die Vereinigten Staaten ihre Wirtschaft und Rüstung auf neue Grundlagen stellen und an die Spitze der Entwicklung kommen konnten. Dieses Buch beschreibt ausführlich Vorbereitung, Durchführung und Folgen des größten ‚Patentenklaus‘ der Geschichte. Im einzelnen werden für die verschiedenen Sachgebiete an vielen Beispielen mit Nennung der Verantwortlichen die Vorgänge des alliierten Diebstahls deutschen geistigen Eigentums und der Zwangsverpflichtung deutscher Forscher und Techniker geschildert. Es zeigt sich, daß die modernen Neuerungen wie Farbfernsehen und Transistortechnik, Raumfahrt und Raketen, Überschallflug und Computer auf deutsche Erfindungen und Entdeckungen zurückgehen, mit denen die US-amerikanische Wirtschaft anschließend Milliardengewinne machte…[…]
Zum Buch… 

https://www.kopp-verlag.de/?websale8=kopp-verlag&pi=A1280696&refhex=5753506172746e657250726f6772616d6d&subrefhex=4772616566204775656e746572&wspartnerid=1108&wsdc=no


Dies alles ist nun, wenn auch noch nicht offiziell, Geschichte. Die Schlacht haben 1945 die Dunklen gewonnen, den SIEG erzielt unser

HEILIGES DEUTSCHES REICH


https://youtu.be/G6tIDxOMgX8

Ein Deutscher Soldat in Auschwitz und Buchenwald

Von Nemo Anonymus

Das Lager Auschwitz-Birkenau in den Augen eines ausgezehrten Landsers

Ich war Panzersoldat, Angehöriger einer Panzereinheit von 70 Panthern, die Mitte Juni 1944 von der Invasionsfront aus der Normandie herausgezogen wurde und an die Ostfront verlegt wurde. Wir sprengten den Kessel von Wilna und stoppten den Vormarsch der Roten Armee gegen Ostpreußen durch unzählige Tag- und Nachtangriffe. Wir waren auch im Einsatz am Narew- und Weichselbogen und wehrten auch die russischen Panzerrudel ab, die gegen Warschau anrollten (Oktober 1944). Mitte November 1944 bestand meine Kompanie nur noch aus drei Panzern.

In unserem Frontabschnitt rückte dann eine Panzereinheit ein, der wir dann unsere drei Panzer übergeben durften.

Fast sechs Monate waren wir Tag und Nacht im Einsatz. Wir kämpften unter den schlechtesten Nachschubbedingungen. Mehr als die Hälfte der Kameraden war gefallen. Die noch Überlebenden sahen total verelendet aus. Alle waren nur noch Haut und Knochen, hatten das Gesicht voller Falten und eine blasse wächserne Hautfarbe. Dazu waren wir total verdreckt, z.T. verlaust. Seit Monaten trugen wir die selben verschwitzten und verölten Uniformen und Unterwäsche. Die ständige Übermüdung hatte bei vielen das Nervenkostüm merklich verschlissen.

Wir waren froh, die unzähligen Kämpfe überstanden zu haben, und glücklich darüber, daß wir in den nächsten Tagen mal richtig ausschlafen und uns etwas erholen könnten.

Per LKW verließen wir den Frontabschnitt und wurden nach Birkenau ins KZ-Lager gefahren. Auf der Fahrt dorthin sahen wir Arbeitskolonnen von KZ-lern in braunen Uniformen, die rückwärtige Verteidigungsstellungen ausbauten. Gegen Abend kamen wir im Lager Birkenau an. Das Lager schien zum größten Teil geräumt zu sein und nur von einer Anzahl Angehöriger der »Organisation Todt« und einer größeren Anzahl von Sträflingen verwaltet zu sein.

Wir drei Panzerbesatzungen bekamen eine Baracke zugewiesen, durften sie aber vorerst nicht betreten. Vier Häftlinge wurden uns als Betreuer zugewiesen. Sie führten uns zur Duschbaracke. Unsere Uniformen, Unterwäsche und Decken mußten erst entlaust werden. Die Betreuer waren entsetzt, als sie unsere verdreckten Klamotten sahen.

Nach dem Duschen wurden wir mit Desinfektionspuder bestäubt, erhielten neue Unterwäsche und Drillichsachen, auch zwei neue Decken. Dann durften wir die Wohnbaracken beziehen; danach ging es in die Kantinenbaracke zum Essen.

Nach sechs Monaten endlich mal eine gute warme Mahlzeit, zwei warme Decken und im Bett schlafen zu dürfen, das schien uns wie ein unglaubliches Märchen. Nach zwei Tagen erhielten wir unsere entlausten und gereinigten Uniformen zurück. Im Lager weilten auch noch verschiedene kleine Trupps abgelöster kleiner Fronteinheiten.

Nach drei Tagen erschien ein SS-Soldat im Feldwebelrang, suchte uns Panzersoldaten auf, und bat uns, für seine Panzereinheit Material zu empfangen und es an die Front zu bringen.

Für die Kampfstaffel der SS-Panzerkameraden sollten wir im Lager Auschwitz Maschinenpistolen, MG-Munition, Rauchsignale, Decken und anderes empfangen.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Auschwitz. Vieles davon war z.T. nicht vorrätig und wir mußten ein paar Tage darauf warten. Wir quartierten uns in der Besucherbaracke ein. Mit unserem Empfangsauftrag suchten wir täglich die Materialbaracken auf und bekamen nach und nach das Gewünschte. Wir hatten auch 50 Decken zu empfangen. Sie befanden sich in einer Doppelstockbaracke.

Die Baracke hatte einen Mittelgang, von dem rechts und links vierstöckige Holzregale standen. Ein Teil der Regale war mit Decken angefüllt. Als ich die Baracke betrat, sah ich niemand, aber von einem Deckenstapel vernahm ich Stimmen. Ich machte mich mit einem Hallo bemerkbar. Von oben fragte jemand nach meinem Begehren. Als ich den Wunsch nach 50 Decken äußerte, bekam ich zur Antwort, ich sollte sie mir schon mal abzählen und aufladen. Ich erwiderte, daß es ihre Aufgabe wäre! Daraufhin stiegen vier dunkle Gestalten von den oberen Deckenstapeln. Sie hatten oben Karten gespielt. Gemächlich zählten sie 50 Decken ab und luden sie auf unseren LKW.

Zwischendurch boten sie uns ausländische Zigaretten, Kaugummi, Waffeln und Armbanduhren an. Wir erfuhren, daß die Häftlinge monatlich Pakete durch das Rote Kreuz erhalten durften, und daß das Lager auch von Rot-Kreuz-Kommissionen regelmäßig kontrolliert wurde. Anderntags sah ich, wie sechs Häftlinge einen kleinen Rollwagen mit zwei Ballen mit Haaren von der Bahnrampe ins Lager fuhren. Im Kriege mußten die Frisöre die Haare zusammenkehren und abliefern, denn sie wurden als Rohmaterial zu Filzstiefel verarbeitet. In mir kam eine gerechte Wut auf, als ich sah, mit welchem gemächlichen Trott sich die Häftlinge bewegten, rumalberten und Zigaretten rauchten.

Ich war sechs Monate Tag und Nacht unter den größten Strapazen und Entbehrungen im Kampfeinsatz. Die Hälfte meiner Kameraden war gefallen. Zuchthäusler und andere Sträflinge schoben hier eine gemütliche Kugel. Das schien mir ungerecht und unbegreiflich. Voll Empörung äußerten das auch meine Kameraden. Nach drei Tagen hatten wir das gewünschte Material beisammen und fuhren die Sachen zur Panzereinheit an die Front. Ich hatte von Auschwitz den Eindruck, daß es ein riesiges Nachschublager für die Ostfront war, aber es gab da auch eine Anzahl Baracken, in denen produziert und repariert wurde.

Wir sprachen auch mit vielen Häftlinge, aber niemand erzählte etwas von Vergasungen oder gar von Verbrennungen. Wir verließen Auschwitz mit dem unguten Eindruck, daß es den Häftlingen bedeutend besser erging als den Frontsoldaten beim täglichen Einsatz.

Ein „KZ-Zug“ bei Buchenwald

Am 6. Juni 1945 war ich vom Amerikaner als Soldat entlassen worden und von dem Gefangenenlager bei Hof nach Weimar als Heimatort gefahren worden. Ich weilte dort eine

Zeitlang in der Familie meines Kameraden. (Er gehörte zu meiner letzten Panzerbesatzung, war Funker, hieß Rauf).

Da ich als gebürtiger Ostpreuße nicht nach Hause konnte, gedachte ich in Weimar bei einem Meister in Arbeit und Logis zu kommen. Tagsüber war Weimar von den KZ-lern aus Buchenwald bevölkert. Sie hatten sich mit einem roten Dreieck markiert. Auch kam ich mit vielen ins Gespräch. Sie waren körperlich in guter Verfassung. Am Tag machten sie einige Stunden politische Schulungen mit und hatten um 22 Uhr wieder im Lager zu seine. Sie erwarteten demnächst ordnungsgemäße Entlassungspapiere, um später Entschädigungsforderungen stellen zu können. Unter anderem lernte ich auch den Burschen von E. Thälmann kennen, der ihn zu versorgen hatte. Er schilderte mir, wie Thälmann beim Bombenangriff neben dem Bahngleis getötet wurde. Er kritisierte, daß die Exklusivgefangene zu viele Sondervergünstigungen hatten und daß sie nicht arbeiten brauchten.

Da ich eine Menge Ami-Zigaretten hatte, war ich einige Male im KZ, um mir bei den KZ-lern dafür Unterwäsche, Hemden und Strümpfe einzutauschen. Nach einigen Tagen berichtete ein KZ-ler, daß die Frau des letzten Lagerleiters, eine schöne Blondine, als Gefangene von den Ami-Wachmannschaften tagelang unzählige Male vergewaltigt worden war. Dann kam die Legende auf, daß sie aus Menschenhaut habe Lampenschirme erstellen lassen. Andere Häftlinge bestritten die Erzählung und bezeichneten sie als scheußliche Greuelpropaganda.

In Weimar patrouillierten von den Amis angestellte deutsche Hilfspolizisten. Sie trugen eine dunkelblau eingefärbte Wehrmachtsuniform und einen Holzknüppel als Schlagstock am Koppel. Einen der Polizisten erkannte ich als einen Bewohner meiner Heimatstadt wieder. Er hatte kleine Mädchen vergewaltigt und war dafür verurteilt worden. Als ich ihn als Bekannten aus meiner Heimatstadt ansprach, leugnete er die Herkunft und gab vor, mich nicht zu kennen.

Ich bemühte mich in Weimar um Arbeit, leider vergeblich. Deshalb entschloß ich mich, nach Erfurt zu fahren, um dort in Arbeit zu kommen und um dort auch Verwandte ausfindig zu machen. Mitte Juni 45, es war ein sonniger Tag, sprang ich auf einen Güterzug auf und fuhr nach Erfurt. Der Güterzug hielt ca. 1,5 km vor dem Bahnhof.

Ich nahm meinen Rucksack und begab mich auf den Weg zum Hauptausgang. Auf einem Nebengleis stand ein Güterzug mit etwa 20 Viehwagen. Von ihnen kam ein widerlicher Gestank herübergeweht. Dann sah ich, daß aus den Lüftungsluken Hände herausfingerten und ich hörte Gejammer. Ich überschritt einige Schienen und näherte mich dem Güterzug. Dann war ich von den Insassen der Viehwaggons entdeckt worden und sie schrien: »Kamerad, Wasser, Wasser!« Ich erreichte den Zug und nahm den scheußlichen Gestank von Kot und Leichen Wahr. Die Schiebetür und die Lüftungsluken waren kreuz und quer mit Stacheldraht zugenagelt. Unter der Schiebetür und aus den Ritzen quoll Kot und Urin hervor, was zum Teil festgetrocknet war. Ich erlebte eine unerwartete, widerliche hilflose Situation. Vergeblich sah ich mich nach einem Hydranten um, der die Dampflokomotiven beschickte; es gab keine. In den Waggons riefen sie nach Wasser, und daß sie Tote darin hätten – schon viele Tage. Ich fühlte mich völlig hilflos. Dann entnahm ich meinem Rucksack ein paar grüne Äpfel, steckte sie unter die Uniformjacke und kletterte zu einer Lüftungsluke hoch, um die Äpfel zwischen dem Stacheldraht hineinzudrücken.

Plötzlich wurde ich von einem US-Posten heruntergerissen, angebrüllt und von einem zweiten mit dem Bajonett gestoßen. Beide Posten bugsierten mich dann bis zum Hauptausgang. Dann ließen sie mich laufen. Die Nacht darauf übernachtete ich mit noch einem entlassenen Kameraden in einem zerschossenen LKW. Wir schlichen uns nachts zum Bahngelände und wollten mit einer Eisenstange den Gefangenen zu Hilfe kommen. Doch das Vorhaben schien aussichtslos, denn es patrouillierten Doppelposten mit Hunden an dem Gefangenenzug.

Als ich 1977 nach New York und nach Cape May eingeladen wurde und dort zu Besuch weilte, schilderte ich zwei ehemaligen US-Offizieren den KZ-Zug bei Erfurt. Sie waren nach Kriegsende in Heidelberg stationiert und wußten darüber gut Bescheid. Sie bestätigten beide, daß diese Viehwaggons voll deutscher gefangener Soldaten waren, die mit Typhus und Ruhr infiziert waren. Es waren Statisten für Alfred Hitchcock, dem Spezialisten für Horrorfilme. Er bekam den Auftrag, für den Nürnberger Prozeß KZ-Filme zu drehen.

Die Toten wurden dann nachts in Buchenwald, Dachau und anderen Lagern mehr von den Halbtoten abgeladen und dabei von Hitchcock als NS-Greuel gefilmt. Die Leichen wurden auch an einer Baracke in Buchenwald nachts abgeladen und tags darauf mußten Bewohner von Weimar an den Leichenhaufen vorbeigehen und den widerlichen Gestank wahrnehmen. So wurde es dann auch im Film gezeigt. Anschließend wurden dann die Leichen in der Nähe in Massengräbern verscharrt.

So erklärten mir die beiden Ex-USA-Offiziere den Zweck und die Bedeutung dieses KZ-Zuges vom 16.6.1945.

Einer der US-Offiziere hieß: Williams Allison, 124-10, 115th Avenue, South Ozone Park, 1140 New York. Er war bei Pan Amerikan Airlines beschäftigt. Als er Rentner wurde, zog er nach Cap May.

Ich erkläre hiermit, daß mein Erlebnisbericht wahrheitsgetreu das beinhaltet, was ich selbst gesehen, erfahren und erlebt habe.


Name und Anschrift des Verfassers wurde bei Vrij Historisch Onderzoek, Postbus 46, B-2600 Berchem 1, Flandern (Belgien) hinterlegt.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 1(4) (1997), S. 263f.

Die Frau als Schöpferin und Erhalterin des Volkstums (1938)

https://youtu.be/a3KOoK9YiCo

Unendlich in Zeit und Raum wirken die Lebensgesetze eines Volkes, bestimmt und geformt durch das gleiche Blut. Sie wirken von Generation zu Generation, so daß es scheinen könnte, daß diese Formen der völkischen Lebensäußerungen starr seien, und daß die jeweiligen Geschlechter eben nur als ihre Träger aufzutreten hüten. Gewiß gibt es nichts Festeres als diese lebendigen Gesetze – mögen sie ewig ungeschrieben sein! – Gewiß gibt es nichts Bestimmteres als diese Formen, in denen ein Volk sich erlebt. Man braucht nur den heiligen Ernst zu sehen, mit dem die Kinder schon in den ersten Lebensjahren die auf sie Überkommenen Bräuche und Handlungen aufnehmen und vollziehen. Da ist nichts Gekünsteltes, sondern Gewachsenes. Darum gerade darf man hier bei allem Stetigen dennoch nicht von Starrheit sprechen, denn die Sitten und Forderungen, die sich an bestimmte Tage und ihre Feiern knüpfen, sind durchblutet von dem lebendigen Strom, der aus Urtiefen aufsteigt, alt, uralt, und der doch ewig neu ist, ewig jung. Das gilt nicht nur von den Festen und Feiern der Kinder, sondern von all jenen Volksschichten, die wie die Kinder elementar sind: von den Bauern und Arbeitern. Zu ihnen kommt die Frau, die ebenfalls vom Instinkt her den Urtrieb ihres Lebens und Handelns empfängt. Den Anfang bestimmter Bräuche und Sitten weiß keiner. Er ruht im Sippenbeginn, und damit in einer Nebelferne, die von keiner Geschichte erhellt wird, denn soweit Geschichte reicht, sind bestimmte Formen schon da, und diese Formen haben ihre Gültigkeit schon in der Gemeinschaft.

Wir können aber nicht von der Gemeinschaft und vom Volke reden ohne seine Mütter. Von dem Weltbezwinger Alexander ist uns überliefert, daß er einst in einer Straße einer schwangeren Frau begegnete und daß er ihr auswich, damit sie frei ihren Weg habe. So stark und ins Allgemeine wirkend war dieser Vorgang, daß er aufbewahrt wurde neben seinen großen Taten und seinem gewaltigen Kriegsruhm.

Goethe spricht von jenem Ort, an dem die Mütter wohnen. Er läßt den suchenden Faust, der den letzten und tiefsten Rätseln nachsinnt, zu den Müttern gehen, dorthin, ins Unbetretene, nicht zu Betretende“. In Einsamkeiten, wo man den Schritt nicht hört, den man tut, dort läßt er die Mütter wohnen. Wo die Göttinnen ihren Thron haben, dort wähnt er sie.

Unsere Vorfahren, die Germanen, schufen in ihrer hohen Ehrfurcht vor der Frau, der Mutter der Sippe, die Nornen, jene Gestalten der mythischen Frauen, in deren Händen die Schicksale ruhten, in deren Wissen die Zukunft war. Und selbst den höchsten Gott, den Rätsellöser Odin, hießen sie zur Norne gehen, damit er die Zukunft der Welt, der Götter und Menschen erfrage.

Diese hohe Ehrfurcht vor dem Wesen der Frau und Mutter wurde gebrochen durch mittelländische und orientalische Einflüsse, die bei uns Fuß faßten, und die in der Frau nicht mehr jenes Wesen sahen wie die Germanen, jenes Wesen, das mehr als irgendein anderes im Dienst des Schöpfers steht, sondern ein nur dem Manne verpflichtetes Eigentum. Der Dienst der Frau, der für uns höchster Dienst am Leben ist, wurde mit der Sünde in Verbindung gebracht. Das Leiden der Mutter um das Kind, das für uns das Ergreifendste ist, das es gibt, das wir erkennen und deuten als tiefste Weisheit des Schöpfers, als Mittel, durch das er die Mutter erst ganz liebesbereit und opferbereit macht bis ans Ende – denn ganz liebt man nur, wenn man um das Geliebte litt – dieses Leiden der Mutter wurde als Strafe für eine Sünde, als Folge für die Ursünde gedeutet. Damit nahm man dem Schmerz der Mutter seine heilige Bestimmung, man nahm ihm seine Weihe, und der Dienst der Mutter am Leben sank in die Sphäre der Unreinheit, die Mutter selber sank. Das Kind, das sie zur Welt brachte, war von der Sünde gezeichnet.

Niemals wäre diese Anschauung im germanischen Weltbilde entstanden. Hier war die Frau gleichwertig, wenn auch andersartig, neben dem Mann. Er war der Herr, sie war die Herrin des Hauses. Und das Kind mit der Sünde in Verbindung zu bringen wäre unmöglich gewesen. Verehrungswürdig war die Frau und Mutter dem Mann – vorausgesetzt, daß sie es in sich war. Daß sie dem Mann im Hause diente, daß sie den Kindern diente, hat sie in den Augen des germanischen Mannes nie erniedrigt. Diente er seiner Hausfrau etwa nicht, und diente er den Kindern nicht, indem er die Waffe für sie führte und ihnen Brot schuf? Die Ehre der Frau aber war seine Ehre.

Es ist die Anschauung, die man heute noch auf guten Bauernhöfen findet, auf denen sich das germanische Lebensgefühl ungebrochen erhalten hat, trotz südlicher und orientalischer Einflüsse. Wenn man auf solch einem Hofe hört, wie Knecht und Magd einfach von „der Frau“ reden, so klingt der alte hohe Glaube an die Herrin noch in dem Wort nach bis in unsern Tag. Und wie sollte der Bauer leben und sein Werk tun können, wenn er nicht die Ehrfurcht vor dem Göttlichen empfände und in sich trüge, und wo sollte sich ihm das Göttliche mehr nähern als in dem, was sich durch seine Frau, die Mutter seiner Kinder, vollzieht, in der Schöpfung des Lebens. Das ist die Erfüllung des göttlichen Willens unmittelbar, des Willens zum ewigen Leben aus der Zeit in die Unendlichkeit hinein. Das ist der Dienst aller Mütter in allen Völkern und zu allen Zeiten. Herrlich ist er, groß und erhaben. Kein anderer Dienst steht so auf der Schwelle zwischen Zeit und Ewigkeit, kein anderer darf so vermitteln zwischen Zeit und Ewigkeit.

Wenn aber der Dichter den Ort, an dem die Mütter wohnen, das Nichtzubetretende nennt, so mag wohl jeder Mensch, der sich ihm naht, erschauern und in Ehrfurcht stille werden. Beugen mag er sich vor dem Geheimnis, das der Schöpfer in seiner Weisheit als schützende Hülle um jede neue Schöpfung legte. Selbst die Mütter wissen nur dunkel um das Wunder, das an ihnen geschieht. Aber sie dürfen ihm dienen mit dem ganzen Dienmut, den wir heute Demut nennen. Nur so haben sie teil an der Schöpfung.

Wie aber sollen wir das Ewige fassen, zu dem uns die Mütter Brücke sind? Da wächst nun der Dichtung ihre Aufgabe zu. Kein Motiv ist öfters und mit mehr Hingabe vom Dichter und Künstler aufgegriffen und gestaltet worden als eben dasjenige der Mutter mit dem Kinde. Hier spricht sich die unserm Volke innewohnende Ehrfurcht vor dem Muttertum aus. Man mag sagen, daß der Madonnenkult der christlichen Kirche die Ursache und die Veranlassung dieser Darstellung sei. Es dürfte keinen unter uns geben, der die Großartigkeit und die Fruchtbarkeit dieses Kultes für das Leben leugnen wollte. Vergessen wir aber nicht, daß der Madonnenkult eine rein abendländische Sache ist und nicht aus dem Orient zu uns kam. Im Gegenteil, man könnte annehmen, daß sich der abendländische Mensch diesen Kult schuf, um die Ehre der Frau, die auf eine tiefere Ebene niedersank, nämlich auf die Ebene der jüdischen Frau, die alle Geburt mit der Unreinheit und Sünde in Verbindung bringt, wieder emporzuheben. Nun hat das Christentum das Dogma der Erbsünde festgehalten. Alle Frauen von der Sünde zu lösen und alle Geburt von ihr zu befreiten, hat man nicht vermocht. Also befreite man die eine Frau, Maria, von der sündhaften Empfängnis und häufte auf diese eine alle Verehrung, die nun einmal tief im germanischen und abendländischen Menschen vorhanden ist. Diese eine Frau erhob man in die nächste Nähe Gottes.

Nun ist es zu sehen, daß der germanische Mensch aus seiner Art heraus die Verehrung der Madonna immer wieder auszuweiten und auszudeuten versuchte auf die Frau und Mutter überhaupt. Gerade unsere deutschesten Meister, wie Albrecht Dürer, Schongauer, Riemenschneider, Rembrandt, und mit ihm viele Niederländer sind diesen gegangen, und es war das Wesensgefühl des eigenen Lebens, das sie auf diesen Weg wies. So schuf Dürer seine deutsche Mutter im Marienleben oder im Heckenwinkel. Es ist die Mutter unseres Volkes. Es könnte die Mutter eines jeden deutschen Menschen sein, und man denkt sicher nicht falsch, wenn man annimmt, daß die Künstler der eigenen Mutter oder der Mutter ihrer Kinder im Werk gedachten.

Nun steht die Frau aber niemals handelnd im Mittelpunkt dieser Verehrung, sondern sie läßt sie an sich geschehen, wie sie alles an sich geschehen läßt. Eine tiefe Unbewußtheit ist um alle Mutterschaft gelegt. Damit hat diese den größten Schutz bekommen, der ihr gegeben werden konnte, denn nur in der Unbewußtheit kann jene elementare Kraft wirken, die das Leben braucht, um zu bestehen. Allzubewußte Zeiten sind lebensfeindlich. Sie zerstören sich selber, vernichten sich sehenden Auges. Hierher gehört auch das große Spiel der Geschlechter, das ja Vorspiel zu dem größeren anderen ist. Was wäre das erste ohne die Krönung durch das zweite? Wo wäre sein Sinn? Die Ganzheit des Liebeserlebnisses, welche die jungen Menschen erfüllt, löst sich hernach bei der Frau nicht auf. Sie wandelt sich nur dem neuen Wesen zu, das sie ins Leben trägt, aber sie bleibt elementar, vom Gefühl her bestimmt, nicht vom Verstande. Würde das Leben vom Verstande abhängig, es würde untergehen. Der Verstand ist nicht lebenschaffend, sondern lebenordnend. Der Verstand trennt, teilt, unterscheidet, gliedert, zergliedert.

Diese Gebundenheit der Frau muß man bedenken, wenn man ihr selber und ihrem Tun gerecht werden will. Da der eigentliche Dienst, den die Frau zu leisten hat, sie völlig bindet, kann ihr nicht viel Kraft bleiben für anderes, und so wird draußen nur wenig von ihrem Leben sichtbar. Ich bin in diesen Jahren oft gefragt worden: warum haben wir Frauen heute kein Vorbild, das uns so sichtbar unser Ideal vorlebt, wie es die Männer im Führer haben? Darauf gibt es nur eine Antwort: Die Frau kann ihr eigentliches Leben niemals sichtbar vor allen andern Augen leben, niemals kann sie ihr Leben und Erleben der Öffentlichkeit preisgeben, so wie es der Mann in seinem Werk täglich tut. Das Leben der Frau, ihr tiefstes Leben, ihr Schöpferdienst – so muß man es im unmittelbaren Sinne nennen – deckt ewig der Schleier. Was an die Außenwelt dringt, ist der Teil ihres Tuns und Lebens, der die Öffentlichkeit verträgt, und der Teil hat irgend etwas mit der Art des Mannes zu tun, auch wenn er im Bereich fraulicher Pflichten liegt.

Diejenigen aus ihren Reihen aber, denen es gegeben ist, in Dichtung und Kunst das Leben zu deuten, sie werden Bilder und Sinnbilder aufstellen von der Frau. Sie werden in der Dichtung das aufzeigen, was in der Wirklichkeit sich hinter verschlossenen Türen vollzieht, sie werden in der Dichtung das Leben der Frau und Mutter verklären und ihr selber erst in seiner ganzen Hoheit zeigen. An den so geschaffenen Gestalten kann nun die Mutter ihr Maß nehmen und sich selber überprüfen, ob sie recht diente.

Hier muß ich einige Worte über die schöpferische Frau sagen, die Frau, die berufen ist, das Unsagbare auszusagen. Wir wollen unseren Blick einmal zurückwenden auf eine jüngst vergangene und vergleichen in dieser Zeit das dichterische Schaffen des Mannes mit dem unserer Frauen. Es war die Zeit der Fäulnis und der Verderbtheit unseres Kulturlebens durch fremdrassige Kunst und Literatur. Es war eine Zeit der Verfälschung aller Werte, eine Zeit, in der das Heldentum des Mannes als Dummheit bezeichnet wurde, und in der die Mutter verlacht wurde, die noch die Beschwernis vieler Kinder auf sich nahm. Es war die Zeit, in der die Dirne als Romanheldin mehr wert war als die Frau, die Mutter, es war die Zeit, in der die Frau einzig ihren Wert hatte, solange sie den Mann als Geschlechtspartner reizen konnte. War das vorüber, dann galt ihr Dasein schon mehr eine lächerliche Angelegenheit. Wer sprach damals von der Mutter? Wer von der Bäuerin? Dem Bauern? Wer sprach von der ganzen elementaren Volksschicht? O ja, man sprach schon davon, aber man machte den Arbeiter zum Proleten, den Bauern zum Tölpel.

Auch in dieser Zeit sind Bücher entstanden von einer Reinheit und Wahrhaftigkeit des Lebens, erfüllt von Ehrfurcht. Es waren Männer da, welche die Würde des deutschen Wesens hochhielten. Das aber dürfen wir Frauen uns zur Ehre anrechnen, daß unsere Dichterinnen nicht teilhatten an der Verseuchung. Eine Agnes Miegel, eine Lulu v. Strauß und Torney, eine Ina Seidel u. a. haben in den Jahren ihre Hauptwerke geschaffen, und diese Werke stehen so wesenhaft im lebendigen Acker des Volkes, als hätte es nie eine Zeit der Seuche gegeben.

Warum war das möglich? Die Antwort ist oben schon gegeben. Weil die Frau elementar ist, weil sie berufen ist, Leben zu geben, und ihr Ziel ist das gesunde Leben, weil sie naturnotwendig nicht Zerklüftung des Lebens, sondern seine Gebundenheit wollen muß, darum mußte sie zu aller Zeit auf der ihr angewiesenen Ebene bleiben und ihr Werk tun. In der Gebundenheit ihres Wesens ans Leben selber liegt auch das Gesetz ihres Schaffens, liegt die feste unwandelbare Richtung ihres Strebens. Die Droste könnte heute ihre Gedichte schreiben, sie brauchte sie nicht zu ändern, sie würden heute wie damals ihren Glanz haben. Ja, es scheint, als steige erst heute ihr Stern zu voller Höhe auf. Auch die Karschin würde heute wie ehedem Heldentum und Natur besingen, sie würde ihre Harfe nicht neu zu stimmen brauchen. In dieser Lebensgebundenheit auch liegt es, daß sich die Frau so gut wie gar nicht an den jeweils hervorbrechenden Modeströmungen in der Kunst beteiligt hat, und daß ihr die vielen heute überwundenen Ismen völlig gleichgültig geblieben sind. Sie konnte und kann sich nicht dahin wandeln, ist sie doch dem ewiggleichen ruhigen Strom anheimgegeben, der aus dem Geheimnis der Gottheit kommt und wieder in ihr mündet.

Soviel von der schöpferischen Arbeit und dem schöpferischen Leben der Frau, die in der Dichtung und Kunst an der Seite des Mannes ihr Werk tut. Hier kann es sich immer nur um Einzelberufungen handeln.

Es gibt aber noch eine andere schöpferische Tätigkeit, sie ist namenlos und wird ausgeübt in der Stille des Hauses. Ich meine die schönste Pflicht und die beglückendste Arbeit, von der Mutter ausgeübt, die das Kind sprechen lehrt. In langer stiller Geduld wird die kleine Menschenseele aus der Dumpfheit, aus dem Schlummer aufgeweckt. Das erste kleine Licht des Geistes wird angezündet. Es gibt keinen schöneren Augenblick zu erleben als den, in welchem nach langen Wiederholungen die gelallten Laute plötzlich einen Sinn verraten. Das Tor der Seele ist aufgesprungen. Nur ein kleiner Spalt ist es, aus dem es leuchtet, aber der Spalt wächst von Tag zu Tag. Ein weiter Weg ist es, bis aus dem Stammeln das Wort geboren wird, aber es ist wahrhaftig Schöpfung. Und sie geht auch als Schöpfung vor sich. Es ist oft, als sei mit der Geburt des Kindes die Gabe einer neuen Sprache über die junge Mutter gekommen, denn wie anders könnte sie den Reichtum der liebenden, tosenden, tröstenden, aufmunternden Worte und Lieder gefunden haben, Worte und Lieder, die keine Feder aufzeichnet, und die doch immer neu entstehen? Es ist nicht abzuschätzen, was an Bildern, Sprachbildern, Geschichten wechselseitig durch Mutter und Kind geschaffen wird, wenn sie ihre Zwiegespräche führen.

Wir dürfen es daher als recht ansehen, wenn das Volk seine Sprache der Mutter zueignet, wenn es sie Muttersprache nennt. Darin liegt eine hohe Ehre für die Frau und ein Dank des ganzen Volkes an sie. Man kann damit den Dank vergleichen, den das Volk dem Manne zuerkennt, wenn es seine Erde, sein Land Vaterland nennt, denn für den Lebensraum hat der Mann einzustehen mit seinem Leben. Die Sprache aber schenkt die Mutter dem Volke.

Hier verwischen sich nun die Grenzen zwischen der schöpferischen und der erhaltenden Tätigkeit der Frau im Volke, so wie sie überhaupt an keinem Punkte scharf getrennt sind. Wenn die Frau berufen ist, Leben zu schenken, so schließt das in sich, daß sie es zu erhalten bestrebt sein muß, anders würde alle Geburt ihren Sinn verlieren. So ist es natürlich, daß die Frau dem Manne die Kriegswaffe überläßt, daß sie, statt zu töten, das Amt der Wundpflege auf sich nimmt. Das schließt keineswegs aus, daß die Frau und Mutter, die Notwendigkeit des Opfertodes begreifend, den Mann von sich ziehen läßt, daß sie den Sohn hingibt, und daß sie alles Leid auf sich nimmt, das Leid, das in seiner langen Dauer oft schwerer ist als die kurze Not des Sterbens.

Unter Leben verstehen wir nicht nur das Dasein als solches. Hinzu treten alle Funktionen desselben, die Gesamtheit des Kräftespiels. Auch da strebt die Frau naturnotwendig ins einmal Erreichte, sie wünscht es dauernd. Dem Mann ist es auferlegt, ins Unbekannte vorzustoßen, neue Erkenntnisse einzuholen, neue Formen und Bedingungen zu erkämpfen, um das Bestehende, das Schongewordene zu verbessern. Was er in seinem Streben erreichte, nimmt die Frau in ihre Hand und macht es einfach. Sie setzt es um in Lebensgut, mit dem sie Kind und Haus führt. Man merkt bald an dem jungen Menschen, der aus dem Hause ins Draußen den Schritt wagt, ob die Mutter jene Forderung zu erfüllen vermocht hat. Man merkt, ob der Junge oder das Mädel eine erstgeprägte Form aus dem Hause mitbringt. Man merkt die „Kinderstube“, so sagt man und erkennt dahinter das erzieherische Wirken der Mutter. Was sie an dem Kinde geformt hat, ist unzerstörbar, und alle spätere Formung wird von dieser ersten irgendwie durchstrahlt oder verdunkelt.

Mit welchen Mitteln vermag die Frau ihre Aufgabe zu erfüllen?

Hier müssen wir unterscheiden zwischen der Frau auf dem Lande und der Stadtfrau. Für die erstere stehen zur Verfügung: Haus und Hof, Garten, Feld und Wald, Nachbarschaft mit all dem, was diese in sich beschließen. Es ist nicht schwer, mit Hilfe oder an Hand dieser Dinge Überkommenes zu pflegen und zu erhalten, denn das Wesen dieser Welt im einzelnen wie im allgemeinen strebt nach Bestand. Jedes von ihnen führt ein Eigenleben und steht in Wechselbeziehung zur Familie. Der Bauer mit allem, was er ist und hat, steht inmitten dieser Welt. Er hat ihr Lebensgesetz und ist lebensnah, erdnah wie sie. Seine Arbeit ist unveränderlich und seine Aufgabe ist ewig. Die Form der Arbeit mag sich ändern, je nach dem Fortschritt der Technik; das Wesen bleibt. So kommt es, daß die Spanne zwischen dem Bauern und der Bäuerin viel geringer ist als z. B. die zwischen einem Arbeiter in der Stadt und dessen Frau. Bauer und Bäuerin wirken an einem Werk, nicht so der Arbeiter und die Frau.

Daß nun das Land und seine Menschen allen Neuerungen abhold sind, hat man vielleicht als Beschränktkeit ausgelegt, oft auch als Eigensinn. Beides ist falsch. Alles Gewachsene will Dauer, will sie mit allen Mitteln. Das ist zu sehen auf dem Lande in allen Bereichen des Lebens, mag man an Wohnung, an Kleidung, an die Geräte und Dinge des Tages denken, an die Arbeitsweise, an die Art, Feste zu feiern, Feste in der Familie oder in der Gemeinschaft des Dorfes. Vor allem geschieht es in der Sprache, der Mundart, die der Bauer pflegt – und die er noch viel mehr pflegen möge. Ist sie doch ein Brunnen von Bildhaftigkeit und Wahrheit, voll herber Schönheit. Heute sind wir glücklich wieder dort angelangt, wo wir einen Sinn haben für Schönheit und den Wert des wahrhaftigen ehrlichen Lebens. Heute finden wir die Übertünchtheit wieder häßlich, und wir finden es häßlich, wenn der Bauer städtische Art auf seinen Hof und in sein Leben hineinzieht und sein Eigenstes verleugnet. Heute wissen wir, daß das Land der große Gesundbrunnen für das Leben ist, der Gesundbrunnen des Volkes, an dessen frischen Wassern sich alle laben, wenn sie in der Stadt müde geworden sind.

Auf solch fester, sicherer Ebene steht die Frau der Stadt nicht. Darum ist ihre Aufgabe, von der wir hier sprechen, schwerer zu lösen, und sie wird sie auch nur in geringerem Maße überhaupt lösen können. Die Stadt ist dem Wechsel zugänglicher. Der Grund liegt in der übermächtigen Gewalt, mit der die Stadt von außen her sich des Menschen bemächtigt, in der Gewalt, mit der sie ständig das Eigenleben, das Innenleben ihrer Menschen angreift und aufsaugt.

Ich fuhr vor einiger Zeit mit der Bahn von Altenhundem nach Hagen-Essen. Auf einer kleiner Sauerlandstation stiegen etwa dreißig Mütter ein, die zur Erholung vier Wochen auf dem Lande gewesen waren. Die Mütter waren fröhlich, sie erzählten, wie gut sie es gehabt hatten, und nun freuten sie sich auf die Heimkehr und auf ihre Familie. Es dauerte nicht lange, da stimmte eine Frau ein Lied an. Es war ein Volkslied. Bald war allgemeiner froher Gesang da. Ich dachte: wann hörte man früher Mütter singen? Wann überhaupt sah man früher Mütter? Diese Bahnfahrt konnte wirklich Freude machen. Dann kam Hohenlimburg. Kaum waren wir durchgefahren, da plötzlich kam der erste Schlager auf. Dieselbe Frau, die das erste Volkslied angestimmt hatte, sang: „Du kannst nicht treu sein.“ Die andern fielen ein. Vorher, in den grünen Bergen, war kein Schlager aufgekommen. – Wie war das möglich? In Hohenlimburg ist die Nähe Hagens spürbar. Die große Stadt ist zu merken. Das Industriegebiet. Es nahm seine Menschen auf. Unwillkürlich folgten die Frauen jenem Gesetz, ohne es zu ahnen.

Es wäre nun blind, wollte man das Land als die alleinige Stätte des Lebens ansehen, und wollte man die großen Zusammenwürfe der Menschen in den Städten verneinen. Mächtige Völker schaffen weite Kreisläufe ihrer Kräfte, und so entstehen Brennpunkte des Lebens, in denen es sich zusammenballt zu größten Leistungen und größten Untergängen zugleich. Glanz und Vergängnis sind die beiden Pole der großen Stadt. Alle geistigen Spannungen drängen sich zu dieser Mitte hin, entladen sich, sprühen dort auf im Angesicht der Menschheit, türmen sich dort zum Gipfel, weithin sichtbar, und sie werfen ihr Licht zurück auf das Land ihrer Herkunft, dorthin, wo ihr Anbeginn liegt. Denn anders kann man das Land nicht sehen als Anbeginn, als den mütterlichen Schoß des Lebens, kraftspendend, kraftbewahrend in seiner Gebundenheit. Anders kann man die Stadt nicht sehen, als letzte und höchste Darbietung und Entwicklung dieser Kraft, als männliche Auswirkung und Steigerung der Kraft bis zur Erfüllung ihres innersten Gesetzes.

Hier müssen wir nun noch nach der Frau fragen, nach der Frau in der Stadt und ihrer Pflicht am Volkstum. Heimat im ländlichen Sinne gibt es in der Stadt kaum. Der Hundertsatz der Menschen, die ihre ganze Kindheit und Jugend in ein und derselben Stadt zugebracht haben, oder die gar ihr ganzes Leben darin bleiben können, ist klein. Wieviel Wohnungen schon kann der einzelne Mensch nennen, die er innehatte, bis er erwachsen war! Und verläßt er eine Wohnung, so zieht ein anderer ein, und der andere verändert sie nach seiner Weise. Sogleich ist alles ausgelöscht, was einer irgendwie liebgehabt hat. Heimatlosigkeit ist das Schicksal des Menschen der Stadt, Wechsel von Ort zu Ort.

Dennoch kann sich keiner der Frage nach der Heimat entziehen Jeder Mensch sucht einen Ruhepunkt, von dem er ausgehen kann, wenn er seinen Weg überblicken will. Der Mensch vom Lande hat eine ganze kleine Welt, die ihre bestimmte Form und ihr unverrückbares Leben durch lange Zeiten und Geschlechterreihen hat. So wird man immer, wenn man ihn nach der Heimat fragt, die Schilderung dieser Welt und seine kleinen Erlebnisse in dieser Welt gesagt bekommen. – Fragen wir den Menschen der Stadt nach der Heimat, so beginnt er mit seiner Mutter. Er beginnt nicht einmal mit der Wohnung, so gering ist das Örtliche, ist die Welt der Stadt als Heimat. Erst später, wenn der junge Mensch selber Stellung zu der Welt der Stadt nimmt, dann bildet sich auch der Ort zur Vorstellung Heimat aus. Was vorher ist, das füllt die Mutter ganz aus. Dazu kommt der Vater, wie er von der Arbeit, von der Schicht, von der Geschäftsreise usw. auf Stunden in die Familie heimkehrt. Der Ruhepunkt aber ist die Mutter.

Wehe aber, wenn die Mutter in der Stadt dieser Aufgabe nicht mächtig ist! Wenn sie zu gering ist, wenn ihr Innenleben zu schwach ist für diese Aufgabe, Heimat zu sein! Da ihr keine äußeren Mittel der Bewahrung zur Verfügung stehen wie der Frau auf dem Lande, so muß sie alles in sich selber finden. Das ist ein Kampf, in dem es Siege, aber keinen Sieg gibt, denn ohne Aufhören brandet das Meer der Wandlungen und Verwandlungen von außen an die Frau heran, und man kann nur fragen: wieweit vermagst du dein eigen Wesen zu retten in dieser ewigen Brandung? – Hier mag wieder ein Beispiel stehen!

Ich erhielt einen Brief aus der Großstadt, geschrieben von einem Mädel oder einer Frau, der mir zeigte, daß die Schreiberin meine Bücher sehr ernst und gut gelesen hatte. Sie hatte die Gestalten der Bücher durchaus richtig gesehen, ihre Handlungen verstanden bis auf eine: daß die Wolfstochter wieder heimkehrte unter das Dach ihres väterlichen Hauses, um noch mit dem Vater dort zu leben. Sie schrieb: „Das halte ich für Schwäche. Magdalene mußte sich entweder selber töten oder auf die Landstraße gehen.“ So konnte nur ein Mensch aus der Stadt schreiben, der nichts mehr vom Bauerntum und der Gebundenheit an Hof und Heimat weiß. Magdalene ist eine Bäuerin. Eine Bäuerin aber verläßt den Ort ihrer Pflicht niemals. Sie steht an ihrem Platze bis sie zusammenbricht. Sie weicht der Pflicht nicht aus, auch dann nicht, wenn ihre Erfüllung schwer ist, wenn sie schwerer ist als der Tod. Und was für einen Sinn hätte dann ihre Liebe gehabt und die Hoffnung auf das Kind? – Man darf annehmen, daß jene Schreiberin ganz mit den Augen der Stadt, vielleicht des Films, sah, für den ein solches Ende wirkungsvoller gewesen wäre. – An diesem Beispiel werden die beiden Welten sichtbar, die unser Volk in seiner Gesamtheit umfassen. Wie groß aber die Aufgabe der Frau in jeder dieser Welten ist, das darzutun war mein Bemühen.

Ich möchte Ihnen zum Schluß noch einmal jenes Bild der Frau vor die Seele rufen, das unsere germanischen Vorfahren in ihrer hohen Ehrfurcht von der Frau schufen, das Bild der Norne. Völker schaffen ihre Zeichen und Symbole immer aus einer tiefen Wahrheit heraus, und diese Zeichen sind Bekenntnis und Verpflichtung zugleich, Verpflichtung für uns alle, die wir unmittelbar im Dienst am Leben stehen. Seien wir der erhabenen Deutung würdig, die unsere Vorfahren ihren Frauen in dem Bild der Norne gaben!

Josefa Berens-Totenohl (1891 – 1969) deutsche Schriftstellerin und Malerin.

Quelle HIER

„Man hat die Frau befreit, gewiß, in erster Linie von sich selbst, von dem guten Genius, der von ihren Ahnen her in ihrem Blut festgewurzelt war: man hat sie befreit von der inneren Gebundenheit an ihre Art und ihr dafür einen Wechselbalg in die Hände gelegt, der sich stolz Selbständigkeit nannte! Selbständigkeit, Gleichstellung auf allen Gebieten, los von der Bevormundung durch die Männer und wie diese Dinge alle hießen, das waren die Schlagworte, durch die in der deutschen Frau zuerst einmal ein Minderwertigkeitsgefühl geweckt werden sollte, das an sich schon gar keine Daseinsberechtigung hatte. Man nahm ihr gerade mit dem allzuvielen Gerede ihr ureigenstes Selbst, zu dem sie stehen sollte und warf sie hinein in eine Geistesströmung, die mit ihrem Selbst überhaupt nichts mehr zu tun hatte.“ — Gertrud Scholtz-Klink, 1933